Laura Schradin - die Namensgeberin unserer Schule

Am 18. Oktober 1993 wurde der Schule bei den Feierlichkeiten zum 125jährigen Schuljubiläum durch den damaligen Landrat Dr. Edgar Wais der Name Laura-Schradin-Schule verliehen.

Laura Schradin

 

 

 

 

"Glücklich ist nur derjenige, welcher die Ursache der Dinge zu erkennen vermag. Und wir müssen lernen. Müssen es umso mehr, weil gerade unsere Zeit große Forderungen an die Menschen."-Laura Schradin, Reutlingen 1909

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Laura Schradin, eine große Frauenpersönlichkeit, wird am 7. September 1878 in eine Weingärtnerfamilie hineingeboren.

Der Besuch höherer Schulen bleibt ihr versagt.

Durch Heimarbeiten muss sie schon früh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

Während ihrer Berufstätigkeit lernt sie die miserablen Bedingungen der Weber und Weberinnen kennen.

Vielleicht sind es diese Eindrücke, die sie früh politisch aktiv werden lässt.

Bereits als 18jährige tritt sie der Gewerkschaft bei, ein Jahr später wird sie Mitglied der SPD, in der sie sich für den Kinderschutz,das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung der Frau einsetzt.

 

Am Vorabend des 1. Weltkriegs tritt sie mit öffentlichen Reden gegen den sich abzeichnenden Krieg auf. Im Krieg bleibt sie nicht untätig, sondern gründet Kriegsflickstätten, in denen 2200 Reutlinger Frauen bis zu zehnmal mehr verdienen als in der Heereskonfektionsindustrie.

 

1919 zieht sie als erste weibliche Abgeordnete in die Verfassungsgebende Versammlung Württembergs ein.

Außerdem wird sie Mitglied des Reutlinger Gemeinderats, wo sie Mitglied des Schulkuratoriums mitverantwortlich für die Frauenarbeitsschule Reutlingen ist.

 

Den Nationalsozialismus lehnt sie ab, was sie auch öffentlich sagt. Das "Erholungsheim für Frauen", das sie mit Überschüssen aus den Kriegsflickwerkstätten bei Trochtelfingen gründet, soll in eine NS-Bräuteschule umgewandelt werden.

Nicht nur deswegen gerät sie in Konflikt mit den Nazis, die sie wegen Volksverhetzung und Partei-Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilen.

Am 8. März 1937 stirbt sie an den Folgen eines Schlaganfalls.


 

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