Was gehen uns die Bienen an?
Aktionstag zum Welttag der Bienen an der Laura-Schradin-Schule

(PAU) Erschreckend deutlich wurde die Problematik des Bienensterbens gleich am Anfang der Ausstellung, die von Lehrern und Schülern mit viel Phantasie, Fleiß und Herzblut aus dem Boden gestampft worden war: die Gemüse- und Obsttheke bliebe ohne den sprichwörtlichen Fleiß der Bienen praktisch leer. Doch nicht nur unser Essensangebot würde sich drastisch reduzieren, betroffen wären neben den Bienen auch andere Insekten und mit ihnen eine Vielzahl von Vögeln und Fledermäusen, die nichts mehr zu fressen fänden. Und damit wären wir beim Artensterben und nicht „nur“ beim Bienensterben. Auf diese Problematik machte der Weltbienentag am 20. Mai 2019 aufmerksam, und bereits am Tag zuvor hatte das „Volksbegehren BW Artensterben stoppen“ bei „proBiene“ in Stuttgart seinen Auftakt. Dass man sich an diesen Aktionen beteiligen werde, wurde im Rahmen des Ernährungswissenschaftlichen Seminarkurses des Beruflichen Gymnasiums immer deutlicher.


Zwei Schülerinnen der Laura-Schradin-Schule arbeiteten sich in das Thema ein, und mit Unterstützung ihrer Lehrer nahm ein umfangreiches Vorprogramm Fahrt auf. Bei einem Besuch auf dem Listhof mit Schülern des Berufsvorbereitungsjahrs ließ man sich über die Problematik des Bienensterbens informieren, genoss ausgiebig den angebotenen Honig und bastelte „Bienenhotels“, die auch Wildbienen und anderen Insekten Zuflucht und Nistmöglichkeiten bieten sollen. Ein gewaltiges überdachtes Bienenhotel mit Schlupflöchern in den verschiedensten Materialien - Bambus, Lehm, Holz und Ziegel – entstand im Hof der Laura-Schradin-Schule. Mit Unterkunft ist es allerdings nicht getan, Bienen brauchen auch Verpflegung. Mit großzügiger Unterstützung des Landratsamts entstanden in der Nähe Blühstreifen mit Blütennahrung anstelle der bisherigen Rasenflächen, die für Bienen ohne Nutzen sind. Am großen Tag, dem Welttag der Bienen, war schließlich alles so weit. An den liebevoll dekorierten Ständen gab es viel Information zum Thema Bienen- und Artensterben und zur Rolle des Honigs in der Küche und in der Heilkunde. Selbstgebackenes - selbstredend in Bienenform – stillte den Hunger, Saft von der Streuobstwiese den Durst, und selbstgemachte Naturkosmetik aus Bienenwachs und Honig lud zum Kauf ein. Zu kaufen gab es auch bunte Bienenwachstücher zum Einwickeln von Lebensmitteln und selbstgefüllte Samentütchen und „Samenbomben“, mit denen sich der Garten oder die Balkonbepflanzung bienengerecht aufwerten lässt. Übertroffen hatten sich wie immer die Schüler und die Lehrerin der Kunst-AG, die dafür gesorgt hatten, dass ein an und für sich bedrohliches und bedrückendes Thema farbig, phantasievoll und damit auch ansprechend interessant präsentiert werden konnte.

Ein paar Mutige hatten sich an gelungene Bienengedichte gewagt und erhielten das verdiente und versprochene Glas Honig. Besonderes Interesse verdiente die Ausstellung über die Not der Vögel und Fledermäuse. Zwar hatten die lebendigen Fledermäuse ihren mit Spannung erwarteten großen Auftritt wegen der anhaltend kühlen Witterung winterverschlafen, dafür half das Tübinger Uhlandgymnasium mit seiner Schausammlung aus. Spannend wurde es vor allem, als Herr Schwarzmeier vom Entwicklungspädagogischen Informationszentrum seinen Bienenstock öffnete und das wuselnde Innenleben erklärte. Alle Zuschauer trugen Schutzanzüge, blieben aber trotzdem in respektvollem Abstand, so dass die Schulleitung nolens volens helfend einspringen musste. Frau Schrimpf wiederholte ihren interessanten Vortrag vom Listhof für die gesamte Schule, und Frau Pech Oxté vom Studienbegleitprogramm Baden-Württemberg berichtete über das Bienensterben in Mexiko. Weit weg, gewiss, aber Teil eines globalen Problems, das – wie gesagt – uns alle angeht. Und so lagen Unterschriftslisten aus für das „Volksbegehren BW Artensterben stoppen“. Immerhin 200 Unterschriften kamen zusammen, das ist für eine Schule, deren Schüler in der Mehrzahl noch nicht 18 Jahre alt sind, ein respektabler Anfang.

 

Die Ausstellung geht auf Wanderschaft, zunächst an die Nachbarschulen des Berufsschulzentrums Reutlingen, also an die Kerschensteinerschule, die Theodor-Heuss- und die Ferdinand-von Steinbeis-Schule. Dort hoffen wir auf möglichst breites Interesse und eine möglichst lange Unterschriftenliste. Wer sich sonst für das Volksbegehren interessiert, findet Informationen unter www.Volksbegehren-Artenschutz.de.

 

 

 

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