Noch Fragen?

Anregender und sehr unterhaltsamer Auftritt der Theater-AG 2014/15

„So viele Fragen – und nur Herr Fricke hat eine Antwort...?“ heißt das diesjährige Stück, das Vera Kaphegyi und Stefan Fuchs sehr frei nach einer Idee von Wolfgang F. Vogt mit theaterbegeisterten Schülerinnen verschiedener Schularten erarbeitet haben.

Von Arbeit war am Abend des 25.06.2015 allerdings nichts (mehr) zu spüren: die Sonne schien, die Zuschauerinnen und Zuschauer kamen in Sommerlaune und die Schauspielerinnen waren mit großer Spielfreude bei der Sache und jede für sich überzeugend und wunderbar in ihrer Rolle.

 Um die großen und kleinen Fragen des Lebens geht es. Und um die Suche nach Antworten bzw. nichts Geringerem als dem Sinn.

  • Die Abiturientin Julia (Theresa Müller) steht vor der großen Entscheidung, wie ihr Leben nun weitergehen soll.

  • Die überforderte Beraterin (Ellen Kastl) stellt den ganzen Tag Fragen und erhält abends von ihrer jugendlichen Tochter Mona(Laura Friedrichs) nur genervte Antworten.

  • Paula (Denise Wurst) platzt der Kragen, weil sie die un-sinnigen Fragen bei der Arbeitsagentur nicht mehr beanworten will.

  • Der Versicherungsmakler (Nikola Heymons) bietet den anderen für und gegen alles eine Versicherung an.

  • Der obdachlose Musiker (Vanessa Seemüller) („Ich trinke, also bin ich“) ist froh über die Zeit, die er zum Nachdenken hat.

  • Der Kanalarbeiter (Cathrin Massier) geht den Dingen auf den Grund und schätzt die Gesellschaft einer Ratte besonders.

Besonders amüsant ist es als am Ende des Stückes jede/r (vom Versicherungsmakler) einen persönlichen Ratgeber in die Hand bekommt: „Burnout“, „die Hausratte“, „Positives Denken“, …

Alle Fragen beantwortet? Nein! Denn: Fragen haben Zeit und Geduld. Sie bleiben, bis wir sie selbst beantwortet haben.

Philipp Stein alias StonÄ sucht schließlich im 50 Jahre alten Lexikon die Antwort auf die Frage „Was ist Rap?“ - leider war der nur damals nicht erfunden. Also versucht er sich selbst (mit Hilfe von „Herrn Fricke“) an einer Antowort und nimmt rappend das Image der Gangsta-Rapper auf die Schippe.

Und frei nach Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ endet das Stück:

„Wir stehen selbst enttäuscht und seh'n betroffen,
den Vorhang zu und alle Fragen offen.
Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss,
es muss 'ne Anwort da sein, muss, muss, muss!“

Begeistert von dem schönen Abend und mit noch mancher Frage im Kopf wurde das Publikum in den Sommerabend entlassen. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

(DRE)

Zusätzliche Informationen