SUMASESU an der Laura-Schradin-Schule

SUMASESU oder 15 Jugendliche aus Tandala, Tansania, und ihr Leiter Egnatio Mtawa brachten es fertig, in zwei einstündigen Konzerten am Mittwoch je 300 Schülerinnen und Schüler der Laura Schradin Schule buchstäblich von den Stühlen zu reißen und zum Mitsingen und Mittanzen zu bewegen.

 

Auftritt Sumasesu

 

Dank der gekonnten Moderation und Übersetzung durch Friedemann Salzer, der über die Behindertenhilfe Ermstal den Aufenthalt der Gruppe organisiert, war der Kontakt zu den Zuhörern schnell gefunden und nach dem ersten Rap auf Kisuaheli gab es einen begeisterten Applaus nach dem anderen. Dabei ging es um ein ernstes Thema: Die Lieder, die Sketche und die Dialoge zwischen den Stücken drehten sich um AIDS. Und mitreißende a-capella-Chöre und Rhythmen wechselten ab mit Berichten der Jugendlichen über ihre Familie, in der z.B. 6 von 8 Geschwistern an Aids gestorben sind, über das Leben in einem Distrikt, in dem die durch Tests gesicherte Infektionsrate bei 16% der Bevölkerung liegt oder der öffentlichen Feststellung eines der Chormitglieder: Ich bin HIV-positiv.

In allem aber kam immer wieder der Kern der Botschaft von Sumasesu zum Vorschein: Sei nicht untätig. Tu nicht so, als ob es dich nichts angeht. Gib dich nicht deinem Schicksal hin. Du kannst etwas tun, um dich zu schützen. Du kannst aber auch etwas tun, um als Infizierter weiterzuleben. Und alle müssen etwas tun gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung von HIV-Positiven.

Nach einem von Schülerinnen vorbereiteten Imbiss und einem letzten vertiefenden Gespräch mit SMV-Mitgliedern verließ Sumasesu die Laura-Schradin-Schule wieder Richtung Ermstal. Zurück blieb ein tiefer Eindruck und Respekt vor dem Mut und Engagement der Gruppe. Und dies soll auch Spuren in der Arbeit der SMV am Tag für Afrika in diesem Jahr hinterlassen.

(Str)

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