Studienbotschafter an der LSS

Im Rahmen der Kampagne "Gscheid studiert" des Wissenschaftsministeriums wurde Kooperation mit der Arbeitsagentur für Arbeit an der Laura-Schradin-Schule eine Informationsveranstaltung mit Studienbotschaftern durchgeführt.

Studienbotschafter sind Studierende, die vom Wissenschaftsministerium speziell für solche Veranstaltungen an Schulen ausgebildet sind, mitten im Studium stehen und daher sehr authentisch berichten können. So schilderten die vier Studienbotschafter der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften (Universität Hohenheim), Humanmedizin und Biochemie (Universität Tübingen) und Innenarchitektur (Fachhochschule Stuttgart) sehr eindrucksvoll, wie ihr eigener Entscheidungsprozess der Studienwahl verlief.

 

Sie bestätigten, dass sie während der Schulzeit oft noch sehr orientierungslos waren und selbst nach bestandenem Abitur noch nicht wussten, was sie studieren sollten, so wie es auch vielen der 80 anwesenden Oberstufenschülerinnen und - schülern der Jahrgangsstufe 12 im Moment geht. So veränderte sich im einen Fall der Studienwunsch vom Kindheitstraum als Ärztin über das klischeehafte Bild einer Staranwältin, den abwechslungsreichen Beruf als Sozialpägadogin, den Neugier weckenden Job als Ingenieurin schließlich zum Studium der Wirtschaftswissenschaften.

 

Noch deutlicher wurde die oft zufallsbedingte Studienwahl einer Medizinstudentin, die auf Grund ihrer handwerklichen Fertigkeiten sich bei 16 Betrieben für eine Tischlerlehre beworben hatte und nur aus Sicherheit und, weil dies per Computer bei der ZVS so schnell ging, auch noch für Medizin bewarb. Ob ihre Abitursdurchschnittsnote von 1,3 und damit die anscheinende Überqualifikation der Grund für die 16 Absagen für den Ausbildungsplatz waren, kann sie nur vermuten. Sicherlich war der gute Notendurchschnitt aber der Grund für die sofortige Zusage des Medizinstudienplatzes. Heute findet sie ihr Studium optimal auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten, da sie gerne mit Menschen arbeitet, einen abwechslungsreichen Beruf mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten ausüben möchte und, sollte sie je Chirurgin werden, auch noch ihre handwerklichen Fähigkeiten zum Einsatz bringen kann.

 

Als Rat an die Schülerinnen und Schüler wurde von allen vier Studienbotschaftern weitergegeben, dass sie ihre eigenen Berufswünsche gut analysieren, sich intensiv und rechtzeitig über die verschiedenen Studienmöglichkeiten informieren und einen regen Informationsaustausch mit Mitschülern, Freunden, aber auch Eltern betreiben sollten. Um einen Eindruck vom Arbeitsalltag zu erhalten, empfehlen sie dringend ein Praktikum im entsprechenden Betrieb zu absolvieren, welches bei der Studentin der Innenarchitektur endgültig bestätigte: diesen Beruf möchte ich ergreifen.

 

Darüber hinaus berichteten die Studienbotschafter aus ihrem unterschiedlichen Studienalltag, der sich teils sehr unterschiedlich darstellte und zum Ausdruck brachte, dass an den Universitäten sehr viel von den Studenten in Eigenverantwortung geplant und organisiert werden muss, während beim Studium an einer Fachhochschule der Stundenplan ähnlich der Schule oft vorgegeben ist. Entsprechend viele Fragen gab es seitens der Schüler und Schülerinnen zu entsprechenden Details.

 

Im Anschluss daran informierte Frau Baldenhofer von der Arbeitsagentur für Arbeit die Schüler und Schülerinnen über die grundlegenden Themen wie Bewerbung und Auswahlverfahren der Hochschulen, Unterschiede zwischen Universität, Fachhochschule und Dualer Hochschule sowie den verschiedenen Studienabschlüssen Bachelor, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen und Promotion. Auch hier waren zahlreiche Fragen der Schüler und Schülerinnen zu beantworten, vor allem was das Bewerbungs- und Auswahlverfahren betraf. Ihren Vortrag beendete Frau Baldenhofer mit den Worten: Was begeistert mich- das müsst ihr jetzt selbst herausfinden.

 

Diese bereits zum zweiten Mal an der Laura-Schradin-Schule stattfindende Informationsveranstaltung erwies sich wieder als sehr wertvoll für die Schüler und Schülerinnen und brachte für viele den ersten Lichtblick im Dschungel der Hochschullandschaft.

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