LSS-für-Eine-Welt - die Welt auf den Kopf stellen

(STR) Kinder gehen Arbeiten und nicht in die Schule. Das kennen wir eigentlich nur aus Berichten über Kinderarbeit in den Ländern des Südens. 140 Schüler/innen der Laura-Schradin-Schule haben sich im Laufe dieses Schuljahrs für die Schulaktion LSS-für-Eine-Welt engagiert, d.h. einen Tag gearbeitet statt Schule, und am Ende ca. 4000.- € für ein Projekt des Difäm (Dienste für ärztliche Mission, Tübingen) im Kongo zur Verfügung gestellt.

 

Schüler an der Weltkarte

Los ging es am Schuljahresbeginn, als Schülerinnen des Seminarkurses im Internet zu verschiedenen Projekten unterschiedlicher Organisationen recherchierten. Die SMV der Schule entschied auf der Grundlage dieser Recherche dann, im Rahmen des Weihnachtsgottesdienstes ein Resozialisierungsprojekt für ehemalige Kindersoldaten und am Aktionstag LSS-für-Eine-Welt eine Krankenpflegeschule in Nebobongo (Kongo) zu unterstützen. Ausgerüstet mit Informationsmaterial des Difäm und Blankoarbeitsverträgen der Schule machten sich die Schüler/innen auf, um für den 2.April 2014 Arbeitsplätze in Unternehmen und Betrieben zu finden. Supermärkte, Boutiquen, Ärzte, Verwaltungen, Gewerbebetriebe, Reiterhöfe sind nur eine kleine Auswahl der angemeldeten Arbeitsstätten. Aber auch manch heimischer Keller ist wieder aufgeräumt. Und dass der persönliche Einsatz für Menschen des Südens auch regional wirken kann, das hat die Klasse bewiesen, die im Juni im Biosphärengebiet um Münsingen als Landschaftspfleger eingesetzt waren und ihren Tageslohn der Schule in Nebobongo zukommen ließen.

Dort im Norden des Kongo wird jetzt eine Aufklärungskampagne der Krankenpflege-Schüler unterstützt, die in den Schulen der Region über Verhütung, Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und sexuelle Selbstbestimmung insbesondere für Mädchen informiert. Ziel ist es unter anderem, die Zahl der ungewollt schwanger werdenden Schülerinnen zu reduzieren. Schwangerschaft bedeutet für Schülerinnen, dass sie die Schule verlassen müssen, somit keinen Schulabschluss haben, und sie selbst sozial und innerhalb der Familie geächtet sind. Ohne Schulabschluss und familiäre Unterstützung ist aber eine Zukunft in Armut so gut wie sicher.

Besonders wertvoll ist diese Kampagne, weil hier speziell ausgebildete Jugendliche ihr Wissen als peer-educators an Gleichaltrige weitergeben.

Dies und noch viele weitere Informationen zum Kongo und den Projekten des Difäm konnte Frau Kremer bei der Abschlussveranstaltung an der Laura-Schradin-Schule an die beteiligten Schüler/innen weitergeben. Bei dieser Gelegenheit wurden dann auch noch gleich 39 alte Handys zum Recycling für die Difäm-Kampagne „Handy – Fluch oder Segen“ an Frau Kremer übergeben.

Mit dem Dank von Frau Kremer und der Schulleiterin Frau Haist-Huber für das Engagement der Schüler/innen und der Aussage, dass sie stolz auf ihre Schüler/innen sei, können sie die wohlverdienten Ferien antreten. Bestimmt sind sie nächstes Jahr wieder alle dabei bei LSS-für-Eine-Welt.

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