AUS DEM LEBEN

Theater-AG 2014

(DRE) Abgehetzt und reichlich konfus stürzt die Dozentin für empirische Kulturwissenschaften (dargestellt von Christiane Nagler) herein, um über ihr Forschungsprojekt „Ikeria – Leben in der modernen Stadt des 21. Jahrhunderts“ zu berichten.

Damit begann die mitreißende Aufführung der LSS-Theater-AG in diesem Jahr. Und davon erzählt das von Vera Kaphegyi und Stefan Fuchs frei nach Thomas Möller inszenierte Stück „das Haus“: von Begegnungen und Beziehungen, vom Nebeneinander-Her-Leben und Aufeinander-Zugehen, von Sehnsüchten und Enttäuschungen, schlicht vom echten Leben.

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So fühlten die Zuschauerinnen und Zuschauer mit Anna (Simone Pautz), die wie Büchners Danton mit dem ewig Gleichen hadert und beim Frühstück mit Mutter (Mira Lehmann) und Schwester Paula (Anja Lehmeier) gerne zurückspulen und ihr Wunschprogramm abspielen würde.

Ins Frösteln kamen wir über das Leben einer Frau, die noch so von ihrer bereits toten Schwester (Tayyaba Munawar) dominiert wird, dass sie dem freundlichen Hilfsangebot der Nachbarin (Nikola Heymons) am Ende eher misstraut.

Wir verstanden Stefan (Lukas Flad) und Lisa, das neu zusammen gezogene Paar, das die Liebe plötzlich infrage stellt („Was stört sind Kleinigkeiten“) und deren Beziehung schließlich an unterschiedlichen Erwartungen scheitert.

Und wir hofften für die beiden Nachbarinnen, die sich nach missglückten Dates mit ihren Internetbekanntschaften annähern, dass sie Freundinnen werden können.

Fast das ganze Stück über konnten wir es mit Paula nicht fassen, wie die Menschen, die ihr begegnen, nicht bemerken, dass sie gefesselt ist – wie etwa die von Ellen Kastl gespielte Vertreterin, die schon vorher genau wusste, was die Kundin braucht oder die Freundin Angela, die sich um sich selbst dreht und feststellt, dass sie sich wohl am besten um sich selbst kümmern sollte oder Tante Emily, die sich von ihrer Nichte vernachlässigt fühlt. Zuletzt taucht Paulas Freund auf, der das gemeinsame Leben schon bis zum Platz auf dem Friedhof genau durchgeplant hat. Paulas Geduldsfaden reißt und sie „will, dass einfach Schluss ist“: ein Deus ex Machina in Gestalt eines Engels kommt ihr zu Hilfe und beendet das Stück.

Ein kaum enden wollender Beifall und strahlende Gesichter auf und vor der Bühne unterstrichen, dass die Aufführung ein voller Erfolg war. Die Schauspielerinnen und Schauspieler waren alle (!) sensationell in ihren – unterschiedlichen – Rollen, sowohl in den lustigen als auch in den tiefgründigeren Momenten. Dafür gebührt ihnen aller Respekt! Ich ziehe den Hut davor, wie sie das neben dem anstrengenden Schulalltag und trotz manchmal widriger Umstände (verschiedene Klassen, verschiedene Stundenpläne,...) geschafft haben! Dasselbe gilt für Frau Kaphegyi und Herrn Fuchs, deren Begeisterung ansteckte und die gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern ein rundum gelungenes Stück auf die Beine gestellt haben!

Herzlichen Dank, sicher im Namen aller Besucherinnen und Besucher, für einen wundervollen Theaterabend!

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