Es war ein sehr warmer, sonniger Tag, als wir die KZ-Gedenkstätte Dachau erreichten. Doch trotz des schönen Wetters wirkte das gesamte Gelände vom ersten Moment an unbegreiflich kalt, leer und bedrückend.
Als wir das historische Eingangstor mit der berüchtigten Aufschrift „Arbeit macht frei“ passierten, verstummten die Gespräche in unserer Gruppe sofort. Die schwere Atmosphäre des Ortes war sofort für alle spürbar.
Beim Gang über das riesige, fast endlose Areal des Appellplatzes und beim Blick auf die rekonstruierten Baracken versuchten wir zu begreifen, was hier geschehen ist. Zu wissen, dass an genau diesem Ort Zehntausende Menschen unter unvorstellbaren Bedingungen leiden und sterben mussten, hinterließ ein tiefes Gefühl der Beklemmung.
Besonders erschütternd war für uns der Anblick des großen Internationalen Mahnmals im Zentrum des Platzes. Die monumentale Bronze-Statue, die den Menschen gedenken soll, die in Dachau ums Leben gekommen sind, hat uns allen den Atem verschlagen. Die Skulptur zeigt abgemagerte, fast formlose Körper, die ineinander verschlungen und qualvoll im Stacheldraht verfangen sind. Dieses Bild drückt das unendliche Leid und die Grausamkeit der Nationalsozialisten so kraftvoll aus, dass man davor steht und einfach nur tiefes Mitgefühl und Entsetzen spürt.
Der Besuch endete für uns mit vielen Fragen und einer großen Nachdenklichkeit. Er hat uns eindringlich vor Augen geführt, dass das Erinnern an diese Gräueltaten keine reine Geschichtsstunde ist. Es ist unsere Pflicht, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und in der Gegenwart aktiv für Toleranz, Freiheit und die Menschenwürde einzustehen.
[Text und Fotos: Sophie Vergin, Schülerin der Klasse SG 1/1]